Was ist eine SoLaWi?

Das Konzept

Eine Solidarische Landwirtschaft ist eine Erzeugergemeinschaft aus Gärtnern und einer Gruppe von Menschen (Mitgliedern), die sich die Kosten, die Risiken und die Ernte teilen. Sie kommen in den Genuss frischer Lebensmittel aus ökologischem Anbau, bewahren Ackerland in ihrer Region und sichern die Existenz der Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Verbraucher übernehmen Verantwortung für die Art und Weise der Nahrungsmittelerzeugung und werden so zu Co-Produzenten ihrer Lebensmittel.

“Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück.”

– Wolfgang Stränz, Buschberghof

Hier gibt es ein Video dazu:

Vorteile für Alle

Die Verbraucher*innen erhalten regionale, saisonale und biologische Nahrungsmittel und gewinnen Transparenz über die Produktion und die Kosten ihrer Lebensmitteln. Sie haben auch

die Möglichkeit, sich Wissen über den Anbau und die Herstellung von Lebensmitteln und über die Pflege der Erde zu erwerben.

Die Erzeuger*innen teilen das Risiko, das die Landwirtschaftliche Produktion mit sich bringt (z.B. schlechte Ernte aufgrund von Witterungsbedingungen) und erhalten ein gesichertes Einkommen, und somit die Möglichkeit, sich einer gesunden Form der Landwirtschaft zu widmen.

Die Region profitiert von einer vielfältigen Landwirtschaft, die zur regionalen Ökonomie beiträgt, aktiv Landschaft gestaltet und schützt sowie als Katalysator für andere Projekte im Namen des Klima- und Artenschutzes wirkt.

Wie läuft ein Gartenjahr?

Die Finanzierung durch die Bieterrunde

Die Bieterrunde ist ein Verfahren, bei dem die Finanzierungszusage der einzelnen SoLaWi-Mitglieder auf der Grundlage des geplanten Jahresbudgets abgefragt wird. Mit der Abgabe seines Gebots bei der Bieterrunde sagt jedes Mitglied zu, sich in Höhe des gebotenen Betrags am Jahresbudget der SoLaWi zu beteiligen. Das abgegebene Gebot ist für das Gartenjahr (1. März bis 28. Februar) bindend.

Warum nutzt die SoLaWi Jura ein Bieterrunden-System?

Die Mitglieder finanzieren nicht einzelne käufliche Produkte, sondern verantworten eine ganzheitliche Produktion. Durch ihren Beitrag sichern sie die Existenz des Vereins und der dort Beschäftigten. Durch die Offenlegung des Budgets und die Mitbestimmung bei seiner Planung ermöglicht die Gemeinschaft eine verantwortungsvolle Landwirtschaft und gestaltet diese zugleich mit. Die Mitglieder bekommen ein Gefühl für den Wert fairer und nachhaltiger Lebensmittel und lernen damit einen verantwortungsbewussten Umgang damit zu pflegen.

Die Bieterrunde führt außerdem dazu, dass das solidarische Prinzip nicht nur bei der Gemüseproduktion, sondern auch unter den Mitglieder selbst angewendet wird, da durch die individuelle Gebote ein finanzieller Ausgleich erreicht wird.

Wie funktioniert die Bieterrunde?

Zu Beginn der Bieterrunde wird die Jahresbudgetplanung vorgestellt und das Jahresbudget festgelegt. Dabei wird ggf. über Budgetvarianten abgestimmt. Danach geht es darum die Finanzierungszusage für dieses Budget zu erreichen. Dazu erhält jedes SoLaWi-Mitglied nummerierte Zettel, mit denen die individuellen Gebote abgegeben werden. Dabei können die Gebote sich an dem Richtwert orientieren oder auch darüber oder darunter liegen. Die abgegebenen Gebote aller SoLaWi-Mitglieder werden anschließend addiert. Die Summe muss den zu erbringenden Betrag erreichen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist eine zweite Gebotsrunde erforderlich. Es wird so lange geboten, bis der angestrebte Betrag erreicht wird.